Liebe Leserin, lieber Leser,

 

einer meiner Grundwerte ist Ehrlichkeit. Ehrlich zu sich selbst zu sein, bedeutet auch authentisch zu sein. Ich¬†habe viel an mir gearbeitet und herausgefunden, was mich daran hinderte, ehrlich zu mir selbst und authentisch zu sein.¬†Was war es, das mir nicht erlaubte, meine verletzliche bzw. perfekt unperfekte Seite zu zeigen? Ich dachte immer, ich m√ľsste¬†hart und stark sein, tougher werden und den Menschen keinen Grund geben, mich zu verurteilen oder zu kritisieren. Ich habe eine¬†unverwechselbare, mystische Aura, die eine meiner Kraftquellen ist. In den letzten drei bis vier Jahren habe ich so viel √ľber mich selbst gelernt, dass ich¬†ein neues Ich entdeckt habe, von dem selbst ich nicht wusste, dass es existiert. Mir ist bewusst geworden, dass ich nicht tougher oder h√§rter werden muss, sondern alles was ich bin und was ich immer sein wollte, steckte bereits in mir. Ich musste lediglich neue Erfahrungen machen, und somit neu lernen und an mir wieder entdecken, dass ich schon immer neugierig, mutig, weltoffen,¬†(abenteuer-)lustig, kreativ, stark, kenntnisreich und Menschen zugewandt war.¬†Ich entdecke mich jedes Mal durch das Reisen neu, finde Dinge an mir heraus, die mir – in dieser Weise – nicht explizit bewusst waren, wozu ich f√§hig bin, was noch alles in mir steckt. Das Surfen beispielsweise, auf den – scheinbar unbesiegbaren – Wellen, lehrte mich einiges. Aber: Einige habe ich bezwingen k√∂nnen. Und: Wenn ich hinfalle, macht das √ľberhaupt nichts, dann eben wieder ein erneuter Versuch, auf dem Brett zu stehen und den Boom mit beiden H√§nden fest an meinen K√∂rper heranziehen. Klappt das nicht, bleibe ich beim Bodyboarden…

Mein Learning: Es kommt eben nicht nur auf Widerstandskraft, Ausdauer und St√§rke an. Nein, auch meine sanfteren und antizipierenden F√§higkeiten wie meine Wahrnehmungsbegabung sind gefragt und von Bedeutung, wenn ich die (unsichtbare) „Welle“ einsch√§tzen und reiten oder mit ihr und dem Flow gleiten will. Neben der Beherrschung meines K√∂rpers, Verstandes und meiner Emotionen, ben√∂tige ich ebenso meine Verletzlichkeit und Geduld.
Genau dieses Zusammenspiel ist es, was mich ausmacht, mich stark und einzigartig macht. Ich bin all diese Facetten, und meine Offenheit, Nahbarkeit, Verletzlichkeit und pers√∂nliche Kommunikation machen mich gerade zu dem Menschen, der ich bin. Ich bin nicht austauschbar oder „Plain Vanilla“, aber auch nicht unfehlbar oder perfekt. Das habe ich sowieso¬†nie angestrebt.

 

Ein weiteres Learning der intensiven Erkundungsreise:

Ich wei√ü jetzt, was f√ľr mich Sinn im Leben, in einer f√ľr mich erf√ľllenden¬†beruflichen T√§tigkeit und in zwischenmenschlichen Beziehungen macht, was¬†mich gl√ľcklich macht. Ich habe in diesen Bereichen meines Lebens Entscheidungen getroffen, die h√§ufiger nicht aus dem Herzen kamen und nicht¬†unter Ber√ľcksichtigung meiner Werte, W√ľnsche und Tr√§ume, sondern aus einer Konditionierung heraus. Ich st√ľtzte sie meist auf¬†die √§u√üere Welt, auf √úberzeugungen, die sich aus Erfahrungen, Interaktionen mit anderen Menschen, der Familie¬†und der Gesellschaft gr√ľndeten. Ich dachte, irrt√ľmlicher Weise, ich sei nicht genug bzw. nicht gut genug. Vielleicht kommt dir das bekannt vor? Wir lassen uns leider viel zu oft vom Au√üen und √§u√üeren Bildern und Meinungen Dritter beeindrucken und beeinflussen. Dabei ist bekanntlich nicht alles Gold was gl√§nzt. Es kommt vielmehr auf dich und deine eigene Stimme, Willensst√§rke und eigenen Bed√ľrfnisse, √úberzeugungen und Talente an. Um diese zu sehen und zu entfalten, kann es dir helfen, deinen Blick nach Innen zu wenden, h√§ufiger in dich hinein zu sp√ľren und deine Komfortzone verlassen, neue Dinge ausprobieren oder alte aufgreifen, denen du lange Zeit keine Beachtung geschenkt hast (wie z.B. Wellenreiten oder Schreiben, ein neues Instrument oder eine neue Sprache lernen).

 

Dann kann so etwas wie Magie ūü™Ą¬†oder die Kunst der Offenheit und Neugierde gegen√ľber der Ungewissheit und dem Unbekannten¬†entstehen. Um wahrhaftig „offen“ sein zu k√∂nnen, Ver√§nderungen und auf neue Menschen aktiv und neugierig zuzugehen und Neuverkn√ľpfungen von Erfahrungen und Wissen wie Unsicherheitserfahrungen anzunehmen, muss ich die Bereitschaft haben, mich meiner Umwelt und meinen beruflichen wie privaten Gespr√§chspartnern, unwissend, verletzlich (meine Fehlbarkeit) und damit nahbar zu zeigen. Erst dann entstehen gen√ľgend Freir√§ume f√ľr authentischen, offenen und experimentellen Austausch, bilden sich neue Denk- und Begegnungsr√§ume heraus, die einen magischen Shift in den Interaktionen bewirken k√∂nnen. Das Gewohnte w√ľrde dadurch ma√ügeblich ver√§ndert. M√∂glicherweise k√∂nnte dann, auf stetig wiederkehrende, abrupte und unkalkulierbare¬†Transformationswellen –¬†was die akuten humanit√§ren und systemischen Krisen sind – kontinuierlich flexibler, fr√ľhzeitiger und anpassungsf√§higer reagiert werden. Diese haben einen irreversiblen und enormen Einfluss¬†auf unterschiedliche Aspekte der kulturellen, gesellschaftlichen und arbeitskontextuellen Ebenen und¬†Iterationsphasen.

Damit wären nach einer Krise unsere gesellschaftlichen Systeme leistungsfähiger und langlebiger als davor. Nicht zuvor Antizipierbares wäre entstanden.
Ein anderes, intentionelleres und integrierendes Zusammenspiel wäre eher möglich.
Der Umgang ver√§ndert sich, futuristische und flexiblere wie¬†differenziertere Arbeits-, Kollaborations- und Kommunikationsformen bilden sich heraus und neue, intensivere Verbindungen und Vertrauensebenen mit unbekannten Wechselwirkungen und Chancen k√∂nnten entstehen. Diese Er√∂ffnung von erweiterten Gestaltungs- und M√∂glichkeitsr√§umen, w√ľrden besser passende oder sich erg√§nzende, h√∂here¬†Korrelationen und Schnittmengen f√ľr ein Mehr an Innovationen, Kreativit√§t und Gemeinschaftlichkeit in der Kollaboration wahrscheinlicher machen.

 

 

Zu meiner „Reise ins Ich“ oder „Pers√∂nlichkeitsentfaltungsreise“: Ich verbrachte viel Energie und Zeit mit nutzlosen Gedanken, die mich¬†ungl√ľcklich machten. Wenn ich gewusst h√§tte, was ich jetzt wei√ü…¬†Es ist unm√∂glich, erfolgreich zu sein und sich gl√ľcklich und erf√ľllt zu f√ľhlen, solange man Entscheidungen unter¬†Druck von au√üen trifft, ohne seine Werte und sein Herz zu ber√ľcksichtigen. Nat√ľrlich gehe ich dabei auch planvoll und nicht willk√ľrlich vor, aber dennoch sollte es f√ľr mich und andere Sinn stiften, stimmig sein und meine Selbstwirksamkeit und die meiner Mitmenschen, Kolleg*innen, Projektpartner*innen und Klient*innen f√∂rdern und dem Leben und √ľbergeordneten Zielen dienlich sein.

 

Als ich meinen vergeblichen Kampf erkannte, war die Entscheidung einfach: Ich werde das tun und mich leidenschaftlich daf√ľr einsetzen, was meinen √úberzeugungen und¬†Werten von einer humaneren, vielf√§ltigeren¬†und¬†zukunftsf√§higeren Gesellschaft¬†und Arbeitswelt entspricht, die k√ľnftige¬†Kulturen der Zugeh√∂rigkeit schaffen und zur Identit√§tsbildung und Pers√∂nlichkeitsentwicklung¬†beitragen. Von diesem Moment an, waren Gedanken wie „du bist unsichtbar“ oder „du musst dich noch st√§rker anpassen, um w√ľrdig zu sein“ oder „du bist nicht (gut) genug“ aus meinem Gedankenkarussell und Entscheidungsprozess verschwunden. Und ich stellte diese Gedanken in Frage, wann immer sie mir in den Sinn kamen, bis sie nicht mehr auftauchten. Das hat alles ver√§ndert! Jetzt wei√ü ich, wer ich alles noch bin („Wer bin ich, und wenn ja, wie viele“, war doch vor Jahren ein Buchtitel…). Ich bin nicht nur Frau, Freundin, Kollegin, Tochter, Schwester, Cousine, Gespr√§chs-Partnerin, Ratgeberin, Zuh√∂rerin, Empowernde, Sinnlich-Sensitive, Musikliebhaberin, Newbie-Sardana-T√§nzerin, Ideen- und Impulsgeberin, Multikulturelle, Vegetarierin, Surferin, Weise, Weltwesen, Teilchen im Universum, nein, ich bin das, was nicht durch Worte und Definitionen begrenzt werden kann. Ich habe meine Bestimmung und meinen individuellen Beitrag, den ich zum Wandel beisteuern kann und will, gefunden. Diese Erkenntnis kam nicht von heute auf morgen. Es ben√∂tigt viel Arbeit an sich selbst und ein gewisses Ma√ü an Hingabe und Demut. Aber wei√üt du, wenn du glaubst, dass etwas m√∂glich ist, kann dich niemand davon abbringen.

Ich lasse mich jetzt von der Zuversicht und dem Glauben an die Menschheit leiten, die ich empfinde, wenn ich eine Welt sehe, in der Dinge möglich gemacht werden, die zuvor unmöglich erschienen, Zusammenhalt neu entsteht, Hilfe angeboten, Chancen gegeben und Gesten der Verbundenheit ausgetauscht werden. Ich bin begeistert, motiviert und entschlossen, einen Unterschied in der Arbeits- und Lebenswelt zu machen.

 

Ich denke, dass wir Gl√ľck und Erf√ľllung in unserem Leben nur schaffen k√∂nnen, wenn wir uns mehr von unserer Intuition leiten lassen und unser Handeln und unsere Entscheidungen nicht nur mit dem Verstand treffen. Es gibt Situationen, die unbestritten, Head-over-Heart-Entscheidungen ben√∂tigen. Ganz klar.

Dennoch: Wir k√∂nnen unser Leben √§ndern, indem wir authentisch und ehrlich zu uns selbst sind. Was will ich wirklich in die Welt bringen? Wo liegen meine Talente? Wie kann ich sie entdecken und meine Potenziale f√∂rdern? Wer kann mich noch dabei unterst√ľtzen? Was ben√∂tige ich, damit ich mich sicher und geborgen f√ľhle? Wie kann ich dies selbst f√ľr mich kreieren?

K√∂nnen Unternehmen mittels ihrer Organisationskultur zum Sicherheitsempfinden beitragen? Ist das √ľberhaupt realistisch oder w√ľnschenswert? Geht es nicht vielmehr um die Bef√§higung zu mehr Eigenverantwortung jedes oder jeder Einzelnen? Welche Menschen lassen mich oder welcher Mensch l√§sst mich aufbl√ľhen und gleichzeitig sein, wie ich vom Wesen her bin und best√§rken oder best√§rkt mich darin, mich stets weiterzuentwickeln? Welches ist meine Lebensaufgabe? Was erf√ľllt mich wirklich? Wem kann ich vertrauen? Extern bauen wir Vertrauen und Verbundenheit auf, wenn uns faire Chancen gegeben werden, unser K√∂nnen unter Beweis zu stellen und wir M√∂glichkeiten gestalten und kultivieren, die es uns erlauben, so gesehen zu werden, wie wir – mit all unseren Facetten – sind. Klingt das utopisch? Nicht unbedingt. Helfen k√∂nnte dabei eine Ich-bin-ok-du-bist-ok-Haltung (Transaktionsanalyse) und ein Mindshift des eigenen Standpunktes und der eigenen Sichtweise (White Canvas). Zudem: Wo werde ich – wertfrei und offen – angenommen, wie ich bin und gesehen werden will? Wie k√∂nnen wir permanente Zuschreibungs- und Bewertungsmuster und Projektionsfolien durchbrechen? Wie baue ich als F√ľhrungskraft und Unternehmen Vertrauen auf? Was bewirke ich in meinem Job durch mein Verhalten und meine Entscheidungen f√ľr den Teamspirit, die Organisationskultur und die Zusammenarbeit mit internen wie externen Anspruchsgruppen, neuen Projektpartnern oder Mentees und Nachwuchskr√§ften? Wie ist es um meine und/oder unsere Glaubw√ľrdigkeit bestellt? Alles Trendthemen, die einen tiefensch√§rferen, zweiten Blick (Surfeinheit bzw. Explorationsphase) verdient haben. Stichw√∂rter: Selbst-F√ľhrung und Verantwortung.

 

 

 

Ich helfe und unterst√ľtze als Mitarbeitende und Coach Menschen dabei, sich (wieder) mit ihrer Intuition, und damit mit ihren St√§rken & Potenzialen, zu verbinden. Ich bef√§hige sie, wie sie die¬†die Kraft des Verstandes mit der Weisheit des Herzens verbinden, um die besten Entscheidungen zu treffen.
Wenn wir uns unseres unendlichen Potenziales bewusst werden und inspiriert sind, dieses Potenzial in die Realit√§t zu verwandeln, dann, und nur dann, werden wir ein Leben von Gl√ľck und Erf√ľllung schaffen. Es gibt selbstverst√§ndlich keine Garantien, denn uns entscheiden und den Weg gehen, m√ľssen wir nat√ľrlich selbst. Aber: Ich unterst√ľtze – auf kreative Weise und ideenreich – mit Taktgef√ľhl dabei, den Weg zu ebnen, ich er√∂ffne Gestaltungs- und Entfaltungsr√§ume und verhelfe, jede Welle zu nehmen, die kommt. So k√∂nnen dann doch noch Wunder geschehen und das Leben wunder-voll bleiben.

 

Deine Isabel

 

 

Update:

Ehrlich sein, bedeutet f√ľr mich auch, meine Gegenstimme gegen die Fallen einer „Alles happy“-Kultur und eines¬†bedingungslosem Gl√ľck-Strebens als ein markantes Zeichen unserer Zeit zu erheben.¬†Vollkommenes Gl√ľcksstreben und positives Denken gelten heute als¬†Allheilmittel f√ľr das Leid in der Welt. Das ist nat√ľrlich kompletter Unsinn, und dazu m√∂chte ich in¬†keinster Weise anregen. Positives Denken & Gl√ľck sind zum Fetisch geworden. Gerade auf Social Media-Kan√§len, in der Werbung und einige Unternehmen oder¬†Dating-Apps, terrorisieren uns, 24/7 gl√ľcklich & positiv zu sein. Das kann auf Dauer sehr stressen und belastend sein. Dieser Zwang zum Rund-um-die-Uhr-Positiven und Andauernd-gl√ľcklich-Sein, setzt uns enorm unter Druck und macht uns eher ungl√ľcklich und¬†depressiv. Aus meiner Sicht ist dies¬†g√§nzlich¬†unn√∂tig wie √ľberbewertet.

Deswegen: Unmut, Wut, Entt√§uschung und Feeling-Blue brauchen auch ihren Raum. Seien wir ehrlich. Mehr Mut zum Kommunizieren von „Unhappy“-Days, denn es gibt im Leben bekanntlich nicht nur Sonnenschein und „Bad-hair“-Days, sondern gelegentlich „Sad“-Days oder „Ich-bleibe-lieber-im-Bett-und-undercover“-Days, und ich bin heute einmal nicht im Dauer-empathisch-Modus… Diesen negativen Emotionen sollten wir – ab und an – Ausdruck verleihen (d√ľrfen). Sorry, not sorry. Es macht mich einerseits verletzlicher, andererseits aber auch menschlicher. Imperfektion at its best.
Ich kann ihnen beispielsweise auch, in k√ľnstlerischer Form eine neue Bedeutung geben. Dazu wandle ich gedanklich ihre urspr√ľnglich negative Bedeutung in eine sch√∂pferische positive Bedeutung um. Ich reframe (umstrukturieren, etw. neu rahmen) die negative Konnotation in eine positive.¬†Somit habe ich, auf kreative Art & Weise, etwas Neues aus der negativen Uremotion geschaffen. Beispielsweise einen Song geschrieben, ein erstes Buchkapitel angefangen zu schreiben oder einen Bildentwurf auf die Leinwand gebracht.

Reframing (Umdeutung) bedeutet w√∂rtlich den Dingen einen neuen Rahmen geben. Reframing hei√üt: Etwas umdeuten oder in einen anderen Rahmen stellen, um mit diesem Bedeutungs- oder Perspektivenwechsel einen Wechsel im Erleben der betreffenden Person zu bewirken. Ich gebe aktiv einer Situation, oder Emotion, oder einem „Problem“ eine neue Bedeutung. Wird ein Problem reframt, dann stelle ich es in einen neuen Sinnzusammenhang, dasselbe Ereignis erh√§lt somit eine neue Bedeutung. Neue Reaktionen und neues Verhalten werden m√∂glich. Das Tool nennt sich im Coaching ‚ÄěReframing‚Äú ‚Äď etwas in einen anderen Kontext setzen und damit die Bedeutung ver√§ndern. Wenn da ein Problem ist, dann l√§sst sich fragen, in welchem anderen Kontext das Problem sinnvoll w√§re oder vielleicht sogar eine gute L√∂sung.


Wir k√∂nnten uns lieber √∂fter fragen, ob der Endzustand dieses Strebens nach purem Gl√ľck, Happy-Go-Lucky-Mentalit√§t und eine Omnipr√§senz an¬†Positivit√§t lebensdienlich und wegweisend ist? Der sch√∂ne, emotional-positive Schein wiegt uns in tr√ľgerischer Scheinsicherheit, wickelt uns in emotionalem Komfort ein und geht tendenziell in Richtung toxischer Emotionalit√§t. ¬†

 

 

Laut klinischem Psychologen¬†Richard Bentall, k√∂nne der Gl√ľcksrausch als eine psychische St√∂rung begriffen werden, der ihn auf einer Ebene mit Gr√∂√üenwahn und¬†Panikattacken sieht. Menschen mit „Happiness Syndrome“ seien irrational und unkritisch mit der Welt. Umgekehrt seien Menschen mit einer eher traurig-melancholischen Stimmung weniger anf√§llig f√ľr Vorurteile, sie sch√§tzen sich selbst und andere realistischer ein. Sie seien zudem freundlicher und warmherziger, weil sie weniger auf sich fixiert sind und mehr auf andere achten. Viele Untersuchungen zeigen, sie sind humorvoller, weil sie nicht mit Selbstt√§uschung besch√§ftigt sind. Sie haben die Haltung und Einsicht entwickelt, Negatives ist Teil des Lebens. Ein eher melancholisches Naturell lie√üe uns die Welt klarer sehen.

 

 

In a¬†nutshell:¬†Ist es dann nicht schlauer, das Gef√ľhl von Traurigkeit, welches bei jedem Menschen vorkommt, in unser Weltbild und Menschsein, als eine weitere Facette unseres Selbst, anzunehmen und zu integrieren? Sie uns zur Verb√ľndeten zu machen? Denn aus ihr, kann ebenfalls Kreativit√§t und Innovation freigesetzt werden, entsteht Mut und Kraft f√ľr Neues.
Sie formt ebenso wie Positives das Bigger Picture unserer Welt und damit unserer Zukunft als Gesellschaft. Entscheidend wird hier das gesunde Maß der Emotionen sein, die Balance des Yin und Yang.
Sie macht uns resilienter¬†oder resistenter und l√§sst uns unerschrockener mit den Lebensthemen Schmerz, Wut und Tod wie konstruktiver mit d√ľsteren weltpolitischen und √∂kologischen Krisen umgehen. ¬† ¬†

 

Es geht zudem um eine neue Definition dessen, was gesellschaftlich angemessen, anschluss- und zukunftsfähig und eine Selbstverständlichkeit im Zusammenleben und der Zusammenarbeit sein sollte. Obwohl ich mich allerdings bei dem Gedanken ertappe, worin der Sinn besteht, dass alles immer anschlussfähig sein muss. Da berauben wir uns selbst der Alternativen.
Welche Emotionen d√ľrfen beruflich in Deutschland gezeigt werden und, welche gelten bis heute als auff√§llig oder unangemessen? Was ist eigentlich an emotionaler Expressivit√§t und Gestik im beruflichen Kontext so bedrohlich?¬†Wieso gelten diese – nach wie vor – in Deutschland als unprofessionell und sind bin√§r¬†konnotiert (also an das biologische Geschlecht gebunden)? M√§nner d√ľrfen beruflich im¬†Ausdruck emotional expressiv sein, Frauen nicht. Alleine in einer Ruhe ausstrahlenden Stimme und in ruhig, wohldosierter Gestik liegen die Durchsetzungskraft, das Vertrauen und die Kompetenz? Hmm. Wer bestimmt das? Was sagt das √ľber uns als Gesellschaft aus? W√§re nicht noch etwas anderes denk- und machbar?

 

Wie zukunfts- und enkelfähig sind wir wirklich?

 

Mir geht es hier um Chancengleichheit. Denn nur wenn jeder Mensch die M√∂glichkeit bekommt, sein Potenzial zu entfalten, kann sich auch das Potenzial einer Gesellschaft und Wirtschaft komplett entfalten. Soziale Gerechtigkeit ist das, was mich antreibt. M√∂glichst viele sollten etwas vom¬†Fortschritt haben, nicht nur die Wenigen, die stets profitieren.¬†Es ist an der Zeit, f√ľr Erweiterungen und Sch√∂pfungen von Bildern, Stilen, Interaktionen, Narrativen und Formen des Menschseins und der Selbst-F√ľhrung 4.0 zur kollektiven und co-kreativen Gestaltung des Morgen. Es geht um das Schaffen von n√§chsten innovativen Gesellschafts-, Gemeinschafts-, Kultur- und Kommunikationsformen. Um die multiplen, unterschiedlichen Herstellungsprozesse von vielf√§ltigen Arbeits-, Bildungs-, Kultur-, Wirtschafts- und Lebensdimensionen, -konstellationen und -strukturen, und damit um erweiterte Interaktionsm√∂glichkeiten und -r√§ume, die die n√§chste Entwicklungsstufe des Menschseins und Menschenbildes skizzieren, abbilden und insbesondere erm√∂glichen. Als Voraussetzung daf√ľr, damit Neues in der Welt √ľberhaupt entstehen, spielerisch ausprobiert und sukzessive etabliert werden kann. ¬†

   

 

 

 

 

 

 

Eigentlich w√§re es an der Zeit, uns zu fragen, welches n√§chste Ideal, das unserer Zeit sein sollte? Im¬†Hinblick auf die blinde „Steuerung“ und das¬†Man√∂vrieren durch die zirkul√§ren Sturmh√∂hen und Untiefen dieser Zeitenwende. ¬†¬†¬†

   

 

05.05.2022

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Update (22.06.) & Leseempfehlung: „√úberall h√∂rt man dieses: ‚ÄöSei gl√ľcklich, sei positiv, sei nicht so negativ‚Äė“, sagt die Autorin und Politologin Juliane Marie Schreiber. Das nervt sie ziemlich. Sie ist der Meinung, es sei an der Zeit dagegen zu rebellieren.
Meine Zusammenfassung: In ihrem neuen Sachbuch Ich m√∂chte lieber nicht. Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven., setzt sie sich kritisch mit unserer heutigen Selbstoptimierungsgesellschaft auseinander und legt in einem erfrischend direkten und provokativen Schreibstil den Finger auf die Wunde des gesellschaftlichen Zwangs zur permanenten Gl√ľcklichseinkultur bzw. Kommandokultur, wie Schreiber diese nennt. Am√ľsant und zackig f√ľhrt Schreiber den Leser oder die Leserin durch die Geschichte und psychologische Forschung, warum der „Terror des Positiven“ den Zusammenhalt in der Gesellschaft schw√§cht und sie zeigt m√∂gliche Wege aus der kognitiv vermeintlichen Komfortzone heraus. Es ist – nicht falsch verstehen – keine Anleitung zum Ungl√ľcklichsein, aber eine zum Stay-true-to-yourself, so denke ich. (Wie gesagt, geht auch kurz. Versprochen ;))
In meinen Coachings vermittle oder best√§rke ich meine Coachees nicht darin, sich planvoll auf die Suche nach (ewig w√§hrender) Gl√ľckseligkeit zu begeben oder ein Streben nach 24/7-Gl√ľcklichsein zu verfolgen.

 

Hier gibt es etwas ‚ú謆auf die Ohren (!) ūüĎā¬†zum Buch von Juliane M. Schreiber bei Deutschlandfunk Nova.

 

 

P.S.: Was macht f√ľr dich die Kunst der Offenheit aus? Wie zeigt sich bei dir Verbundenheit und welche Signale ben√∂tigst du, um Vertrauen aufbauen zu k√∂nnen? Wie wichtig ist dir das in diesen fragilen Zeiten? Und: Denk daran, du bist mehr als genug. Du hast genug getan.

 

 

P.P.S.: Als Leseempfehlung – wenn erschienen – sicherlich erhellend:¬†Wer wir sind: Wie wir wahrnehmen, f√ľhlen und lieben – Alles, was Sie √ľber Psychologie wissen sollten.“¬†Hardcover, Oktober 2022, von¬†Stefanie Stahl;¬†Diplom-Psychologin und Buchautorin in freier Praxis in Trier, ist Deutschlands bekannteste Psychotherapeutin. Sie h√§lt regelm√§√üig Vortr√§ge und Seminare zu ihren Spezialgebieten Beziehungen, Selbstwertgef√ľhl und praxisnaher Psychologie.

„Wie funktioniert der Mensch? Gibt es einen Bauplan f√ľr die Psyche, ein geistiges Grundger√ľst, das alle Menschen teilen? Bestseller-Autorin Stefanie Stahl liefert faszinierende Einblicke in das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Bewusstsein und Verhalten. Leichtf√ľ√üig und fundiert erkl√§rt sie, warum Gl√ľcksgef√ľhle unsere Lebensdroge sind, wie subjektiv die Wahrnehmung von der Welt ist und wie sich durch Erziehung und Erfahrungen das Selbstbild formt.
Protokolle aus der Therapiepraxis und viele Impulse f√ľr L√∂sungen bei seelischen Konflikten machen diese Reise in unser Innerstes erleb- und umsetzbar. Ein umfassender Einblick in unsere innere Schaltzentale.“

 

Eine weitere Leseempfehlung: The Growth Mindset Workbook.¬†CBT Skills to Help You Build Resilience, Increase Confidence, and Thrive through Life’s Challenges.M√§rz 2022, von Elaine Elliott-Moskwa, PhD; ist eine Mentee von Carol S. Dweck und Aaron T. Beck, bei denen sie an der Harvard School of Education promovierte und an der University of Pennsylvania in kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) ausgebildet wurde. Sie war an der Gr√ľndung des CBT-Ausbildungsprogramms an der Harvard Medical School/Massachusetts General Hospital beteiligt. Derzeit ist sie Pr√§sidentin der Academy of Cognitive and Behavioral Therapies und hat eine Privatpraxis in Princeton, New Jersey.

Es ist an der Zeit, sich von den einschr√§nkenden Glaubenss√§tzen zu befreien, die dich daran hindern, dein volles Potenzial auszusch√∂pfen!¬†Hast du jemals das Gef√ľhl, dass du in bestimmten Bereichen einfach nicht gut genug, klug genug oder talentiert genug bist? Halten diese √úberzeugungen dich davon ab, neue Gelegenheiten oder Herausforderungen zu suchen, weil du f√ľrchtest, zu versagen? Wenn ja, leidest du m√∂glicherweise unter einer „fixen Denkweise“. Im Gegensatz dazu ist eine „Wachstumsmentalit√§t“ die √úberzeugung, dass du deine F√§higkeiten steigern oder Ihre Eigenschaften entwickeln kannst – dass du dich anpassen und aus deinen Fehlern lernen kannst. Aber wie kultiviert man eine wachstumsorientierte Denkweise?

Das Growth Mindset Workbook bietet wesentliche F√§higkeiten, die auf der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) beruhen, um die Art und Weise zu √§ndern, wie du √ľber deine eigenen Talente und F√§higkeiten denkst. Basierend auf den Kernprinzipien des Bestsellers Mindset“ von Carol Dweck hilft dir dieses Arbeitsbuch, dich von wenig hilfreichen und selbstbeschr√§nkenden Einstellungen und √úberzeugungen zu l√∂sen und sie durch eine Wachstumsmentalit√§t zu ersetzen, die deine Widerstandsf√§higkeit und dein¬†Selbstvertrauen st√§rkt und die Grundlage f√ľr ein sinnvolles, wertebasiertes Leben bildet.

Das Wichtigste dabei ist, dass eine wachstumsorientierte Denkweise – im Sinne von einer Potenzialentfaltung – erlernt werden kann und sich positiv auf dein Denken, F√ľhlen und Handeln auswirken kann. Wenn du bereit bist, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und dein Potenzial zu maximieren, kann dir diese Schritt-f√ľr-Schritt-Anleitung den Weg weisen. Sehr gut als Selbstf√ľhrungsinstrument und Reflexionsmedium geeignet.

 

Brené Brown: Verletzlichkeit macht stark. Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden.März 2017.

 

 

error: Content is protected!