„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
Aristoteles (384-322 v. Chr.)

 

 

Heute geht es mir um eine Annäherung an die Frage: Warum ich EQ & WeQ für Faktoren halte, die die Wirtschaft der Gegenwart wie die Wirtschaft der Zukunft wesentlich mitbeeinflussen werden. Als einerseits psychologische Faktoren und andererseits sozial-ethisches Korrektiv besitzen sie enorme Wirkungsmacht und haben einen deutlichen Impact darauf, wie wir gegenwärtig und insbesondere zukünftig Arbeit, Erfolg, Führung, Human Economy, Human Leadership & New Work definieren, kommunizieren und gemeinsam ausgestalten werden. Es sind weitere Bausteine, die den momentan stattfindenden, disruptiven Transformationsprozess von Gesellschaft & Wirtschaft wie Ökosystem im Gesamtgefüge epochal ausmachen und auch später maßgeblich bestimmen werden. Der unumstößliche Mindshift hat längst begonnen. Weg von den „harten“ Fakten hin zu den scheinbar „weichen, psychologischen“ Fakten. Und unter uns: Er war überfällig.

Mitarbeiter*innen sind zunächst Menschen und keine „humane Ressource“ oder „humanes Kapital“, welches beliebig „umgeschichtet“, ausgetauscht oder einfach ersetzt werden kann. Aber dazu erfolgte von mir an anderer Stelle bereits ein Statement. Ich nehme euch heute wieder ein kleines Stückchen mit auf meiner virtuellen Reise durch Raum & Zeit. Wir wollen von dem Ist-Zustand & Soll-Zustand, also von einer Wirtschaft der Gegenwart zu einer Wirtschaft der Zukunft kommen.

 

  • Wie können wir uns dieser annähern?
  • Wie könnte diese aussehen?
  • Was bräuchten wir alles, um alte Fehler & Muster nicht zu wiederholen und in der Vergangenheit zu lassen?

 

 

Habt ihr Lust, mich ein wenig weiter auf meiner gedanklichen Reise durch das Universum der denkbaren intergalaktischen Möglichkeitsräume zu begleiten?

 

 

Ich bin leidenschaftliche Zukunftweiterdenkerin & enthusiastische Zukunftgestalterin. Was seid ihr?
Kommt ihr mit? Ok.

 

Was wären – aus eurer Sicht – wichtige Aspekte, die unbedingt von uns aufgegriffen & angeregt werden sollten? Welche Werte sollte die Menschheit bewahren bzw. gänzlich neu zur Diskussion stellen, schriftlich dokumentieren und schließlich auf diversen Kanälen verbreiten: Ganz gleich ob im
analogen, digitalen oder hybriden Space.

Es kann nicht oft genug gefragt und zum Nachdenken angeregt werden:
Was und wie wollen wir als Individuen & Gesellschaft für uns, nachfolgende Generationen und den Planeten wirklich wirklich erreichen und/oder hinterlassen? Wie kann der Beitrag aussehen – der individuelle Fußabdruck – der jede*r Einzelne von uns leisten kann, um die Welt mit ihrem und seinem Wirken zu einem besseren Ort zu machen. Gesünder, geeinigter, gerechter. Das Gleichgewicht wiederherstellen. Illusorisch? Hoffnungslos? Abwarten. Das Pendel in die andere Richtung ausschlagen lassen. Bringt Veränderung, setzt Prozesse in Gang & stößt die Wellen des Wandels an.
Lebenszyklen wechseln sich ab. Alles fließt wieder und bleibt in Bewegung. Es kommt also stets auf die Perspektive an.
Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

 

 

Was bedeutet eigentlich WeQ?

 

o WeQ ist menschlich.
o WeQ ist eine Grundhaltung.
o WeQ ist ein basaler Wert.
o WeQ ist wirtschaftlich.
o WeQ und seine Dynamiken stärken
echte Menschlichkeit.
o WeQ macht zukunftsfähig.

 

 

Eine höhere Wir-Intelligenz bewahrt Chancen, stärkt die Stabilität und festigt damit letztendlich die organisationale und individuelle Resilienz sowie die Team-Resilienz.

Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe und der gegenseitige Respekt und die Achtung vor den Lebens-Leistungen eines Menschen werden gefördert und wahrhafte, auch tiefere Verbindungen zwischen Menschen, werden ermöglicht. Diese sind mittlerweile unverzichtbar geworden, da wir die einschneidenden und disruptiven Umbrüche & Chancen unserer (post-)pandemischen Zeit nicht als Solopreneur*innen, Individual-Zukunftsenthusiast*innen & Akteur*innen, Denker*innen usw., also im Alleingang als Individuen, annehmen und gestalten können.

 

Mehr denn je, brauchen wir zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft der Wirtschaft & Humanen Wirtschaft beides:
Das Wir im Ich & das Ich im Wir. Mein Ich-Sein definiert sich ja über die Wahrnehmung und Akzeptanz meiner eigenen Existenz und dem Bewusstsein, ein eigenständiger, autonom denkender, fühlender und handelnder Mensch zu sein und dies in Abgrenzung zu einem Du-Sein eines anderen Menschen zu stellen. Gleichzeitig sind wir im Mensch-Sein vereint. Was uns verbindet und eint, ist unserer Fähigkeit Mitgefühl zu empfinden und auszudrücken, empathisch zu sein und uns verletzlich und fehlbar zu zeigen und zu unseren Fehlern oder Fehleinschätzungen zu stehen, ja, uns auch für diese entschuldigen und diese vergeben zu können. Wir verlieren dann nicht das Gesicht, sondern es zeigt – meiner Anschauung nach – wahre individuelle Größe. Das in einer Zeit, wo es vielen schwer fällt, sich zu öffnen und authentisch zu zeigen. Auf der „Bühne des Lebens“ sicher, mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen und das fragmentierte, imperfekte Ich zu offenbaren, welches einen erst besonders und einzigartig macht. Dafür ist in unserer schnelllebigen Zeit einfach keine Zeit und es wird auch nicht besonders geschätzt. Scheinbar. Das war auch bereits vor der Pandemie so. Seit Jahren gilt: DISRUPT-Yourself. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Dabei machen uns gerade unsere Verletzlichkeit & Fehlbarkeit als Individuen menschlich, und unsere Menschlichkeit ist es, die uns als Menschen ausmacht und definiert. 

Wir sind eins.

 

 

 

„We’re one but we’re not the same. We get to carry
each other, carry each other. One.“

– Zitiert aus dem U2-Song ‚One‘.

 

 

 

WeQ steht für eine Form des Miteinanders, das sowohl die und den Einzelne*n ernst nimmt, neue, innovative technische und digitale Möglichkeiten nutzt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus interdisziplinärer Perspektive einbezieht wie auch die enormen unterschiedlichen Chancen einer Stadt, Region und des Gemeinsinnes und zum Wohle der Menschen erkennt. Das von der WeQ Foundation aus Berlin zusammengetragene und aufgestellte Set an WeQ Skills & Zukunftskompetenzen ist für unsere (post-)pandemische Wirtschaft der Gegenwart & insbesondere die der Zukunft wesentlicher als jemals zuvor. Davon bin ich überzeugt.

 

 

„Eine Gemeinschaft, die kein
gemeinsames Anliegen verfolgt,
bleibt ein zusammengewürfelter Haufen.“
Gerald Hüther

 

 

Mit Gerald Hüther stimmen ich völlig in seiner Aussage überein: „Wir Menschen sind und bleiben ja alle Suchende.“ Das impliziert für mich eben auch, dass wir die Antworten im Hinblick auf eine gelingende humane Wirtschaft & Zukunft der Wirtschaft nicht kennen. Wir können uns nur auf eine gemeinsame, gedankliche wie physische Reise begeben, damit aus dem Surrealen, etwas konkret greif- und annehmbares Reales wird.
Es ist dann weniger abstrakt, verwirrend oder angsteinflößend und näher an der Lebenswirklichkeit der Menschen. Damit haben wir bereits begonnen, weil wir zum Glück die Zeichen der Zeit erkannt haben. Allerdings können wir nicht wissen, ob es „zu spät“ ist, die Auswirkungen unseres Jahrzehnte langen Nicht-Handelns und radikalen Profitstrebens sind für jede*n von uns direkt spür- und erlebbar. Selbstverständlich wäre Kapitulation die falsche Antwort darauf. Das steht hier auch nicht zur Diskussion.

 

 

Was ist EQ überhaupt?

 

Der Begriff „Emotionale Intelligenz“ (EQ) wurde im Jahr 1990 von den amerikanischen Psychologen John D. Mayer und Peter Salovey eingeführt. Bekannt wurden die Einsichten der Psychologen durch das Bestsellerbuch „EQ. Emotionale Intelligenz“ https://www.dtv.de/buch/daniel-goleman-eq-emotionale-intelligenz-36020 von Daniel Goleman aus dem Jahre 1995.

EQ steht für den emotionalen Intelligenzquotienten. Im Gegensatz zum IQ umfasst die emotionale Veranlagung keine verbalen oder mathematischen Fähigkeiten.

„EQ, der »emotionale Quotient«, meint diejenige Intelligenz, die sich in unserem Verständnis und unserem Umgang mit menschlichen Gefühlen zeigt – einer komplexen Skala zwischen Angst und Wut, Liebe und Aggression, Verzweiflung und Freude.“, wie es beim dtv-Verlag heißt.
Es geht also um die Begabung, wie wir mit den eigenen und fremden Empfindungen umgehen.

 

 

Die Wechselwirkung zwischen Gefühlsleben und Intellekt ist es, die deutlicher, als in der Vergangenheit, entscheidend in ihrer Rolle im Hinblick auf eine Entwicklung hin zu einer mehr „Human Economy“ & einem Shift zu „Human Leadership“ darstellen wird. Für beide Aspekte des heutigen und zukünftigen Wirtschaftens und der Zusammenarbeit wird EQ als eine weitere Zukunftskompetenz & einem Skill – meiner Ansicht nach – an Bedeutung und Einfluss zunehmen.

 

 

 

EQ bestimmt zu großen Teilen die Akzeptanz & die Wertschätzung sowie den Erfolg von Führungskräften, CEOs und Mitarbeiter*innen. Emotional intelligentes Verhalten zeigt sich beispielsweise bei Führungskräften in der Mitarbeiterführung sowie dem Kommunikationsverhalten.
Wie gestaltet sich der Kommunikationsstil? Wie sieht es mit dem individuell unterschiedlichen Führungsstil aus?
Ist er auf Augenhöhe? Wird der oder die Mitarbeiter*in mit Respekt und Gleichwürdigkeit behandelt?
Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche. Wie kommuniziere ich mit meiner Führungskraft, meinem Chef oder meiner Chefin, meinem Kollegen oder meiner Kollegin?

 

 

  • Nehme ich mir ausreichend Zeit, um einmal innezuhalten und mein Tun und Handeln zu reflektieren?
  • Hinterfragen wir uns noch bewusst und achtsam?
  • Wie wäre es, mit einer bewussten Auszeit für mich? Mal wieder durchatmen, bis zehn zählen, loslassen, ankommen oder runterkommen, sich fragen und „nachklingen“ lassen: Was habe ich gerade gesagt oder nicht gesagt und wie kam das (Nicht-)Gesagte beim Empfänger an?

 

 

 

Die Frage, die sich für mich stellt, ist, wie wir uns als Menschen – auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt, Empathie & Wohlwollen – in Gleichwürdigkeit begegnen („Ich bin ok, du bist ok“; nach Jesper Juul, was ich bereits früher einmal ausgeführt hatte). Wesentlich ist hierbei für mich, dass Missverständnisse zeitnah aus dem Weg geräumt werden & beide Seiten aufeinander zugehen. Klärend kann da ein Gespräch wirken, in dem beide Seiten sich gesehen, gehört und verstanden fühlen. Niemand ist perfekt. Unsere Ecken & Kanten sind es, die uns interessant, wertvoll und zu dem Menschen machen, der wir sind.

 

 

 

Genau deshalb sind wir als dieser Mensch und Mitarbeiter*in einzigartig und unersetzbar. Häufig sind gerade durch die weniger konformen Menschen, die kongenialen Ideen, Visionen & Gedankenblitze entstanden, die die Weichen für den Unterschied gestellt haben. Wir sind nicht gleich, aber schließlich doch eins. Für ein Miteinander, ein Zusammenwirken und Wirtschaften das menschlich & nahbar ist und gleichzeitig ökonomisch erfolgreich & ökologisch nachhaltig. Es sollte deutlich geworden sein, warum ich EQ wie WeQ für bedeutsame Faktoren zur Gestaltung einer neuen, ganzheitlicheren Wirtschaftsordnung, Unternehmenskultur & Human Economy halte. Lasst uns – auf dem gemeinsamen Weg – den Blick fürs große Ganze nicht verlieren. Fokus beibehalten. Herz über Kopf-Entscheidungen in Balance halten, mit Augenmaß, EQ/WeQ und Weitsicht handeln.

 

 

We‘re one. Die Reise geht weiter!

 

 

To be continued…

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